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HÄNDLERPORTRÄT Schroth

HÄNDLERPORTRÄT Schroth Motorräder Try it – auch mit Trial ist Schroth Motorräder dick im Geschäft „Zu Besuch beim Lieblingshändler“ Über Motorradhändler kann so ziemlich jeder Kunde seine eigene Geschichte erzählen. Geschichten, die quasi die gesamte Bandbreite vom euphorischen Höhenflug bis hin zum Austesten der persönlichen Leidensfähigkeit beschreiben. Hier meine Geschichte zur Firma Schroth Motorräder und ihrem Gründer Thomas Schroth. Intro: Dein Händler – oft Frustgenerator, aber eigentlich Verbündeter Zu unseren Händlern stehen wir Motorradbegeisterte in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis, das viel Freude, Frust oder gleich beides mit sich bringt. Kurzum, neben allen pekuniären Dingen ist die Beziehung zu „eurem“ Händler vor allem eines – nämlich stets emotionsgeladen. Da stelle ich persönlich keine Ausnahme dar, auch wenn ich seit drei Jahrzehnten in meiner Funktion als Testredakteur fast alle Dirtbikes frei Haus geliefert bekomme. Gleich mein erster Händler verstand es prächtig, so ziemlich alle Negativklischees mit authentischer Lässigkeit zu bedienen. So fiel es ihm leicht, einem enthusiastischen Naivling wie mir Teile und Accessoires zu verkaufen, die ich eigentlich nicht brauchte. Selbst kleinere Reparaturen zogen sich über Wochen hin und eigentlich war ich dort nur zum Öffnen meiner Geldbörse erwünscht. Selbst auf harmlose Fragen wurde mir meist mit überheblicher Arroganz aus der Perspektive des allwissenden Oberlehrers geantwortet. Glücklicherweise lernte ich schnell, brachte mir also selbst das Schrauben bei und wechselte Händler- und Motorradmarke. Dabei dachte ich mal, dass Kundenbindung im Interesse eines jeden Händlers sein müsste. Tja, so kann man sich täuschen! Im Laufe meiner Tätigkeit als Tester lernte ich dann so einige Händler bzw. Vertriebe näher kennen. Und auch wenn keiner den Negativrekord meines ersten Händlers toppen konnte, so war doch, neben einigen wirklich empfehlenswerten Vertretern ihrer Spezies, so manches Exemplar in Richtung „cool, aber unzuverlässig“ oder „besserwisserisch, aber im Grunde ahnungslos“ dabei. Und der eine oder andere „Bilderbuchschwabe“ war leider auch dabei. Womit wir schon bei Thomas Schroth angelangt wären, über den ich bereits Jahre bevor ich ihn zum ersten Mal traf, eigentlich nur Gutes gehört hatte. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zum einen ist Thomas Schroth Hesse, also in einem Bundesland beheimatet, das weniger durch ausgeprägten regional Patriotismus auffällt, als durch eine locker ausgewogene „Leben und Leben lassen“-Mentalität. Zum anderen ist Thomas Schroth ein sympathisch angenehmer Typ, ich kann mich auf sein Wort verlassen und er strahlt eine glaubwürdige Integrität aus. Motorräder aus seinem Haus sind picobello vorbereitet, die Kommunikation ist effektiv und verlässlich und erforderliches Infomaterial wird umgehend zur Verfügung gestellt. Doch bei diesen Qualitäten endet noch nicht die Vorstellung des Hauses „Schroth Motorräder“, sie stellen nur eine (besonders) wichtige Komponente dar. Die anderen Komponenten sind die häufige Präsenz bei Enduro- und Trialveranstaltungen (sozusagen „Schroth Motorrad on Tour“…), aber natürlich auch der bunt und prall gefüllte Showroom: Mopeds und Edelteile soweit das Auge reicht – da fühlt man sich auf Anhieb in seinen Lieblingsspielwarenladen aus der Kindheit zurückversetzt! Ich kann mich da noch gut an meinen ersten Besuch vor etwa drei Jahren erinnern. Damals ertappte ich mich bei dem kindlich anmutenden Gedanken, für welches Motorrad ich mich denn entscheiden würde, wenn ich denn einen Wunsch frei hätte. Okay, genauer betrachtet sind Händler auch nur Menschen, deren Persönlichkeit sich in der Gesamtpräsentation, also dem Businessauftritt im Allgemeinen, widerspiegelt. Da bleibt zu hoffen, dass auch ihr einen solchen „Lieblingshändler“ finden werdet. Und falls nicht, dann rentiert es sich auf jeden Fall, mal 100 oder 150 Kilometer weiter zu fahren, um sich selbst ein Bild von „Schroth Motorräder“ zu machen. Und vergesst nicht, euren Wunschzettel mitzunehmen … :-) INTERVIEW MIT THOMAS SCHROTH MCE: Hallo Thomas, weshalb hast du einst neben eurem Autohaus noch den Zweig Schroth Motorräder gegründet? Thomas Schroth: Dafür gab es mehrere Gründe: Wir wollten uns geschäftlich weiterentwickeln. Allerdings kam eine weitere Automobilmarke nicht infrage. Nach der Überlegung, welches Geschäftsmodell in unseren bestehenden Betrieb zu integrieren sei, war schnell klar, dass dafür nur Motorräder in Betracht kommen. Da mein Bruder und ich schon immer begeisterte Motorradfahrer waren, schon seit der Kindheit aktiven Trialsport betrieben haben und ich inzwischen auch Enduro fuhr, war klar, dass eine Verbindung aus Hobby und Geschäft sinnvoll war. Hinzu kam, dass im Großraum Frankfurt kein Motorradhändler wirklich Offroad-spezialisiert war und dies ist auch bis heute so. Also habe ich mit Beta und kurz darauf auch mit GasGas und Sherco Kontakt aufgenommen und dann ging es auch schon los. Von Anfang an war klar, dass es nicht damit getan war, ein paar Mopeds zu bestellen und auf Kunden zu warten. Wie aus unserem Autobetrieb gewohnt, mussten der Service und das gesamte Angebot stimmen. Wir haben zwei Motorrad-begeisterte Mechaniker im Betrieb, die sich in die zusätzliche Materie eingearbeitet haben. Gleichzeitig haben wir konsequent ein Teile-, Zubehör- und Bekleidungslager aufgebaut, um unseren Kunden das ganze Paket anzubieten. Wir sind auf Trial- und Enduroveranstaltungen präsent, unterstützen zahlreiche Sportfahrer und haben damit unser Ohr direkt am Markt. Die strickte Ausrichtung auf den Offroadbereich hat sich bezahlt gemacht. Inzwischen verkaufen wir jährlich zirka 240 Offroadfahrzeuge aus dem Bereich Enduro und Trial. Nach welchen Kriterien habt ihr eure Marken ausgewählt? Wir wollten Marken, die sich auf den Offroadsport 36 MCE Januar '17

Immer nah am Motorrad – Firmengründer Thomas Schroth Betas zum Biken und O’Neal zum Anziehen Wie damals im Spielwarenladen – Mopeds und Zubehör, wohin das Auge reicht! konzentrieren. Gleichzeitig wollten wir keine Marken, die unserer Ansicht nach überzogene oder sinnlose Auflagen fordern. Damit waren wir wieder bei Beta, GasGas und Sherco. Die italienische Marke Beta hat bei euch durch einen exklusiven Beta-Store einen besonderen Stellenwert – weshalb? Beta ist der Hersteller, der mit 50er, 125er, Trial, Enduro, einem hervorragend funktionierenden Teilewesen und einer zeitgemäßen Verwaltung unsere Händlerwünsche am besten erfüllt. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Kontinuität, mit der Beta am Markt ist und immer wieder interessante neue Fahrzeuge entwickelt und diese auch in der vom Kunden geforderten Qualität liefert. Mit Beta können wir eben problemlos 150 Neufahrzeuge vermarkten! Beta ist auch ganz klar der in den letzten Jahren am stärksten wachsende Offroadanbieter. Was macht ihr besser oder anders als eure Mitbewerber? Wir machen keine halbe Sachen. Wenn ich z. B. entscheide, Beta-Zubehör anzubieten, dann sind das nicht nur fünf Artikel. Dann sondiere ich den Markt und biete jedes mir sinnvoll erscheinende und ansprechende Zubehör an. Mit der Auswahl steigt die Attraktivität. Deshalb importieren wir unter anderem auch das „Boano-Beta-Zubehör“ Weiterhin testen wir jeden Zubehörartikel selbst an unseren eigenen Fahrzeugen. Erst wenn Passung und Qualität sich hier bewährt haben, finden die Artikel auch den Weg zu unseren Kunden. Das machen viele Wettbewerber nicht. Wenn notwendig, raten wir unseren Kunden auch von qualitativ zweifelhaften Produkten ab. Umsatz steht nicht an erster Stelle. Mit der entsprechenden Beratung ist der Kunde besser bedient und das zahlt sich wiederum für uns aus! Ich sage auch mal einem Kunden, dass sein Wunschmotorrad nichts für ihn ist. Das ist besser, als dass ein Kunde Geld ausgibt und später feststellt, dass das nicht passt. Wie wichtig ist für euch die Meinung der Kunden? Sehr wichtig. Wenn ein Kunde nicht zufrieden ist, so müssen wir das wissen! Nur dann kann man etwas ändern und bekanntlich lernt man aus Fehlern. Gibt es bei euch eine Art von Firmenphilosophie? Siehe letzte Antwort! In welchem Offroad-Segment erkennst du noch Potenzial? Ganz klar im Bereich der Hobby-Enduristen. Enduro ist ein toller Sport und wird für immer mehr Motorradfahrer interessant. Welches ist euer meistverkauftes Motorradmodell und welches euer meistverkauftes Zubehörprodukt? Ganz vorne liegen zurzeit die 125er Straßenenduros, dicht gefolgt von den Sportenduros einschließlich des Erfolgsmodells XTrainer 300 2T. Zubehör geht allgemein gut. Naturgemäß liegt von den Stückzahlen jenes Zubehör vorne, das mit geringem Kostenaufwand zu montieren ist. Also Griffschützer und Flex-Handhebel. Wenn z. B. Beta nur für dich ein Dirtbike entwickeln würde – welche Merkmale, welche Qualitäten müsste dieses aufweisen? Oh Gott, jetzt fragst du jemanden, der sich in den letzten acht Jahren nicht zwischen Enduro und Trial entscheiden konnte. Also dann wünsche ich mir eine leichte Enduro (max. 98 kg) mit größerem Lenkeinschlag und einem Viertaktmotor mit Trial-Charakteristik. Oder doch wieder meine 480er mit Rekluse? Welche Strategie verfolgst du für die Zukunft? Dass wir uns in jedem Bereich weiterentwickeln. Stillstand ist Rückschritt. Thomas, wir danken für das Gespräch! „Willkommen beim Lieblingshändler“ FAKTEN UND ZAHLEN • Offroadmotorräder der Marken Beta, GasGas und Sherco seit 2008 • Insgesamt zehn Mitarbeiter, davon sind Thomas Schroth und sein Bruder Frank für den Fahrzeugverkauf zuständig. Christian Stein und Volker Erdt sind für Teile und Service verantwortlich und in der Werkstatt Christian Ihrig. Seit Oktober wird hier im Hause auch erstmals im Zweiradhandwerk ausgebildet. Zurzeit gibt es in diesem Bereich einen Auszubildenden • Verkauf von zirka 240 Fahrzeugen im Jahr • Bekleidung von O‘Neal, Jitsie, Wulfsport, Betaracing • Trialstiefel von Alpinestars, SIDI, Forma, Wulfsport • Helme von O‘Neal, Jitsie, Hebo, Wulfsport • Boano-Beta-Zubehör-Teile Import • Ersatzteil-Zentrallager mit zirka 4500 verschiedenen Beta-Originalteilen und zirka 1500 Zubehörteilen direkt ab Lager. Täglicher Ersatzteilversand • Alle Werkstattleistungen, wie z. B. Inspektion, Reifen- und Gabelservice, Motoreninstandsetzung • Trial- und Enduro-Lehrgänge • Erster Beta-Store in Deutschland. Größtes Angebot an Beta-Zubehör und Fahrzeugen im Showroom (ca. 200 Quadratmeter Beta only). Durch jährliche Vororder von über 140 Fahrzeugen gesicherte Lieferfähigkeit für die Endverbraucher! • Sportfahrer-Unterstützung • Durch zusätzliche Tätigkeit als Beta-Gebietsleiter für Deutschland Nord kann Thomas Schroth natürlich auch auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen und hat direkten Zugriff auf neueste Informationen Kontakt: Schroth Motorräder Darmstädter Straße 54 63225 Langen Tel. 06103 75065-0 Fax: 06103/75065-40 www.schroth-motorrad.de motorraeder@autohaus-schroth.com • Text u. Fotos: Alexander „cherchez le Lieblingshändler“ Stephan 37 MCE Januar '17

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