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Motocross Enduro - 02/2016

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Auf ein Neues Die ersten Zeilen dieser Ausgabe wollen wir nutzen, um euch ein erfolgreiches und vor allem gesundes neues Racingjahr 2016 zu wünschen! Wir starten heuer mit einem Besuch bei den Fahrwerksspezialisten von WP! Genauer gesagt, bei Christian Meier von WP Germany. In Fachkreisen gilt Christian mit seinem geballten Knowhow in Sachen Fahrwerk als Koryphäe und er hat uns sogar in seine heiligen Hallen mitgenommen, wo wir ihm ein wenig über die Schulter schauen durften. Das Fahrwerk zählt zu den wichtigsten Baugruppen eines Motorrades, wenn es gar um Rennsport geht, zählt dieser Fakt gleich doppelt. Nur mit einem perfekt arbeitendem Fahrwerk sind Spitzensportler in der Lage, Höchstleistungen zu vollbringen.

SPEZIAL - WP PERFORMANCE

SPEZIAL - WP PERFORMANCE SYSTEMS Christian Meier kennt sich mit Fahrwerken aus wie kein Zweiter Interview Christian Meier MCE: Christian, zu Beginn gleich einmal die Frage: Wie wird man Fahrwerksspezialist? Christian Meier: Eine schwierige Frage. Fahrwerksspezialist oder Fahrwerksmechaniker ist leider kein Lehrberuf. Im Zweiradbereich bekommt man in der Ausbildung lediglich die Grundkenntnisse vermittelt. Das bezieht sich allerdings nur auf kleinere Servicearbeiten am Fahrwerk, in die Tiefe geht diese Ausbildung nicht. Das weitere Wissen muss man sich in Theorie und Praxis quasi selbst erarbeiten oder eben über Schulungen erlernen. Ich selbst habe unzählige Kurse besucht und mir vieles selbst erarbeitet. Zumeist sind es Leute aus Metallberufen oder eben Zweiradmechaniker, die sich für das Thema Fahrwerk interessieren und sich spezialisieren wollen. Der Weg zu einem vollwertigen „Spezialisten“ ist jedoch lang und nicht ganz einfach. Fängt bei uns jemand an, dauert es in etwa drei Jahre, bis man alle Zusammenhänge und Variablen eines Fahrwerks versteht und das bei täglicher Arbeit an Fahrwerkskomponenten. Wie war das bei dir, wie bist du zu WP gekommen? Ich war von 1991 bis 2003 selbstständig im Motorradbereich tätig und habe mich in dieser Zeit nur sporadisch mit Fahrwerken beschäftigt, jedoch mein Wissen durch verschiedenste Schulungen stetig erweitert. Im Jahr 2003 suchte die Firma KRT, die zu jener Zeit den Vertrieb für WP-Produkte in Deutschland hatte, einen Verkaufsleiter. Diese Chance habe ich damals genutzt, wurde Verkaufsleiter und habe die vorhandenen Strukturen über die Jahre hinweg bis 2012 ausgebaut. KRT-Racing musste 2012 jedoch schließen und stellte den Vertrieb für WP-Produkte ein. Daher wurde WP-Germany anschließend von Norbert Zaha und Johann Haunschmid gegründet. So haben wir die vorhandenen Strukturen zum einen erhalten und zum anderen weiter verbessern können. Der Firmensitz von WP Germany ist in Ursensollen, also direkt bei KTM Deutschland. Durch diese hervorragende Infrastruktur können wir Service auf allerhöchstem Niveau gewährleisten. Was genau ist heute deine Aufgabe bei WP? Im Prinzip mache ich alles (lacht). Angefangen von der Serviceannahme, dem Service selbst bis hin zu organisatorischen und verkaufstechnischen Dingen liegt alles in meiner Hand. Wir planen, hier am Standort Ursensollen bis zu vier Mitarbeiter zu beschäftigen und sind natürlich dementsprechend auf der Suche nach qualifiziertem Personal. 40 MCE Februar '16

Christian ist nicht nur in der Werkstatt zu finden, neben Schraubenschlüssel und Co. muss er sich auch mit den neuesten Programmen in Sachen Fahrwerkstechnik auskennen Wenn wir von der Mithilfe des Fahrers sprechen: Stimmt ihr Fahrwerke auch direkt an der Strecke ab? Ja sicher, wobei das natürlich sehr kostenintensiv ist und selten von Einzelpersonen gewollt wird. Vorwiegend nehmen dies Rennteams in Anspruch, die für die jeweiligen Teamfahrer spezielle Set-ups möchgen vielleicht aus dem Straßenrennsport bekannt ist, war der Bezug zum Motorsport allzeit gegeben. Du hast eben den Service angesprochen. Vorab haben wir schon kurz über dieses Thema gesprochen. Was sollten potenzielle Kunden, die einen Service oder ihr Fahrwerk optimieren möchten, beachten? Oft werde ich gefragt: Was können wir am Fahrwerk machen? Die Antwort ist einfach, ich kann alles ma- Warst du selbst aktiver Motorsportler? Nein, ich bin nie selbst aktiv gefahren. Jedoch hat mich der Motorsportvirus immer fest im Griff. Durch meinen langjährigen Kumpel Harald Eckl, der einichen. Bevor jemand ein Fahrwerk zu uns schickt, um es einstellen zu lassen, sollte er sich zunächst überlegen, wo es zum Einsatz kommt. Zusätzlich benötigen wir grundlegende Informationen wie: Gewicht, Körpergröße und einige Details zu den Streckenbeschaffenheiten, auf denen das Fahrwerk überwiegend bewegt wird. Hinzu kommt das Fahrniveau desjenigen, hier muss man absolut ehrlich zu sich selbst sein. Warum? Nehmen wir das Beispiel Motocrosssport. Wenn ich einem Hobbyfahrer ein Fahrwerk eines MX-Masters-Piloten, der in den Topdrei zu finden ist, schicken würde, würde dieser damit nicht zurechtkommen. Die eierlegende Wollmilchsau, die alles kann, gibt es nicht. Ein Fahrwerk, das auf Hartboden bestens funktioniert, kann im Sand nicht gleichermaßen gut arbeiten. Man muss hier schon genau wissen, worauf man hinarbeiten möchte oder soll und da ist natürlich auch die Mithilfe des Fahrers notwendig. Deshalb halten wir immer Rücksprache mit unseren Kunden, um jedem das bestmögliche Fahrwerks-Set-up zu geben.

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